NFT, ICO, HODL: Die 20 wichtigsten Krypto-Begriffe entschlüsselt

Kaum ein Bereich der Finanz- und Geldanlagewelt polarisiert so sehr wie Krypto-Währungen. Das fängt schon bei der Frage an, ob Kryptowährungen überhaupt als Geldanlage bezeichnet werden können – oder reine Spekulationsobjekte sind. Dazu gibt es viele konkurrierende Positionen. Wir wollen in diesem Beitrag keine beziehen.

Populär und polarisierend

Was sich aber nicht bestreiten lässt: Bitcoin, Ether und Co. interessieren viele Menschen. Doch die Welt der Kryptos hat nicht nur ihre eigenen Grundsätze und Regeln, sie spricht auch eine eigene Sprache. Falls Sie sich mit dem Thema beschäftigen möchten, Ihnen aber der sprachliche Zugang zur Materie fehlt, wollen wir helfen. Hier kommen 20 der wichtigsten Begriffe, die Sie kennen sollten, wenn es ums Thema Kryptowährungen geht.

Die Basics

  1. Blockchain

Einer der zentralen Begriffe der Krypto-Welt. Die Blockchain besteht aus vielen aneinandergereihten Datenblöcken. Diese Datenblöcke entstehen durch Transaktionen einer Kryptowährung. Sie ist ein digitales Kassenbuch. Größter Unterschied: Die Blockchain ist nicht zentralisiert – anders als viele andere Datenbanken. Außerdem ist sie vollständig anonym und lässt sich nicht im Nachhinein verändern.

  1. Blocks

Die einzelnen Bestandteile einer Blockchain. Ein Block speichert Informationen über Transaktionen einer Kryptowährung. So lange, bis die maximale Kapazität erreicht ist. Dann wird der nächste Block „befüllt“. Der Prozess der Blockerstellung nennt sich „Mining“.

  1. Adress(e)

Die Adresse ist eine einzigartige Reihe von Zeichen, die als Kontonummer für Transaktionen mit Kryptowährungen dient. Von ihr lassen sich Kryptowährungen versenden, beziehungsweise empfangen oder speichern. Die Adresse lässt sich immer genau einer Wallet (siehe später) zuordnen.

  1. Token

Ein Token ist eine Einheit einer Kryptowährung, wie beispielsweise Bitcoin.

  1. Wallet

Die Wallet („Geldbeutel“, „Brieftasche“) ist der Aufbewahrungsort für digitale Währungen. Wallets können entweder online verfügbar oder lokal verfügbar sein. Die Online Wallets, auch Hot Wallets genannt, sind praktischer, wegen des leichteren Zugriffs. Allerdings sind sie auch eher durch Hacker gefährdet. Die lokalen Wallets oder Cold Wallets, sind sicherer, aber weniger praktisch für Transaktionen.

  1. Fiatgeld

Eigentlich kein originärer Begriff der Krypto-Szene, aber dort viel gebraucht. Er bezeichnet Währungen, die von Staaten ausgegeben werden und denen ein bestimmter Gegenwert zugeschrieben wird. Beispielsweise den U.S. Dollar oder den Euro. Diese Währungen werden zentral gesteuert und überwacht. Damit ist Fiatgeld eine Art Gegenthese zu den dezentralisierten Kryptowährungen.

 

Die Praxis

  1. dApps

Eine dApp ist eine dezentralisierte Anwendung (decentralized application). Dabei handelt es sich um jedwede praktische Anwendungsform der Blockchain. Im weitesten Sinne lassen sich auch Kryptowährungen als dApps bezeichnen. dApps können im Gesundheitswesen und Finanzwesen zum Einsatz kommen oder im Gaming Bereich.

  1. DeFi

DeFi steht für decentralized finance und beschreibt grundsätzlich das Prinzip, dass Finanz-Transaktionen nicht wie gewohnt über einen zentralisierten Mittelsmann ablaufen (Bank, Börse), sondern direkt von Nutzer zu Nutzer, verschlüsselt und gespeichert auf der Blockchain. So können viele klassische Form der Finanztransaktion abgebildet werden: beispielsweise Kreditvergabe, Käufe oder Zahlungsabwicklung.

  1. NFT

Die Abkürzung steht für Nonfungible Token und bezeichnet ein einzigartiges digitales Asset, beispielsweise ein digitales Kunstwerk, dass einem spezifischen Besitzer zugeordnet werden kann. Bitcoins sind im Gegensatz dazu „fungible“, also austauschbar. NFTs erlebten zuletzt einen enormen Hype. Ein digitales Kunstwerk erzielte 2021 sogar einen Auktionserlös von über 60 Millionen Dollar.

  1. Hashing

Hashing ist der Prozess, bei dem ein die Transaktionsdaten eines Blocks verschlüsselt werden. Dieser Schritt ist für die Blockchain elementar. Aus den Daten des Blockheaders wird mithilfe eines Algorithmus eine Zahlenreihe gebildet. Nur, wer erfolgreich als erster den Hash für einen Block erstellt, bekommt die entsprechende Mining Belohnung.

  1. Mining

Beim Mining, zu Deutsch Schürfen, werden neue Coins einer Kryptowährung erstellt. Diese erhalten die Miner als Belohnung für die Bereitstellung von Rechenleistung für das Krypt-Netzwerk. Mit dieser Rechenleistung können Transaktionen abgewickelt, Daten gesichert und das Netzwerk synchronisiert werden.

  1. ICO

Nicht zu verwechseln mit IPO (also einem Börsengang). Das Kürzel steht für „Initial Coin Offering“. Mit ICOs versuchen Blockchain Projekte und Krypto-Netzwerke Gelder einzunehmen und ihre digitalen Netzwerke zu etablieren. Den Hype der vergangenen Jahre machten sich leider einige Akteure zunutze und versuchten sich mit „Pump and Dump“ Maschen zu bereichern. Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelte in vielen Fällen.

  1. Fork

Eine Fork („Gabelung“) meint den Punkt, an dem sich ein singuläres Blockchain-Netzwerk bzw. eine Kryptowährung in zwei getrennte Projekte aufspaltet. Diese operieren dann jeweils mit eigenem Programmier-Code und eigenen Grundsätzen. Bei einer „Soft Fork“ nutzen beide Projekte weiterhin dieselbe Blockchain. Bei einem „Hard Fork“ nutzen die Projekte anschließend eigene Blockchains.

  1. Halving

Um zu gewährleisten, dass die Menge an Bitcoins nicht exponentiell wächst, kommt es etwa alle 210.000 gebildete Blocks zum Halving. Dabei werden die Erträge des Minings, also dem digitalen Bitcoin schürfen, halbiert. Für Bitcoin Besitzer ist Halving vorteilhaft, weil es schwerer wird, Bitcoins zu minen.

 

DER SLANG

  1. BTFD

In der Krypto-Welt haben sich viele Slang-Sprachelemente der digitalen Sphäre eingeschlichen. So auch diese. Dieses Akronym steht für „Buy The F*cking Dip“. Krypto-Trader benutzen es, wenn sie sich motivieren wollen eine Kryptowährung zu kaufen, die an Wert verloren hat, aber vermeintlich wieder steigen wird.

  1. To the Moon:

Ein weiterer Slang Ausruf, der auch im Umfeld der Meme-Stocks an Bekanntheit gewann. Der Ausruf, oder auch das posten eines Raketen Emojis bzw. Bildes bringt zum Ausdruck, dass der Verfasser von einem starken Kursanstieg einer Kryptowährung ausgeht.

  1. Hodl

Dieser Slangausdruck wurde auch im Rahmen der Meme-Stock Turbulenzen immer wieder in Foren wie Reddit gebraucht. „Hodl“ soll der Legende nach aus einem Tippfehler (eigtl. Hold) eines frühen Bitcoin-Fans entstanden sein, der seine Mitstreiter dazu bewegen wollte, ihre Coins trotz Wertverlust nicht zu verkaufen. Heute ist Hodl in den Sprachgebrauch der Krypto-Szene übergegangen und steht für den großen Optimismus der Coin Besitzer.

  1. Rekt

Bedeutet eigentlich „wrecked“, also abgestürzt, ruiniert. Der Terminus wird gebraucht, wenn ein Krypto-Trader einen herben Verlust hinnehmen muss.

  1. Satoshi

Zum einen ist Satoshi Nakomoto der sagenumwobene und bis heute unbekannte Gründer des Bitcoins. Nach ihm wurde auch eine kleine Tauscheinheit des Bitcoins benannt, nämlich 0,0001 Bitcoins. Verkürzt auch als „Sats“ gebraucht.

  1. Whales

Wie die großen Meeressäuger bezeichnet auch dieser Begriff etwas Großes: Einzelne Investoren oder Investment-Firmen, die große Mengen einer bestimmten Kryptowährung halten. Unter den Krypto-Tradern sind Whales gefürchtet, da sie Kurse mit einzelnen Trades beeinflussen können. Unter den Whales finden sich auch viele der Bitcoin Besitzer der ersten Stunde, die ihre Bitcoins seitdem nicht verkauft haben.

 

Eigene Sprache, eigene Regeln

Die genannten Begriffe bilden selbstverständlich nur einen Bruchteil des Sprach-Universums der Krypto-Szene ab. Sie ist dynamisch, entwickelt sich Tag für Tag weiter und die Sprache wächst mit ihr. Wir hoffen dennoch, dass wir ein paar Anhaltspunkte für alle liefern konnten, denen das Thema Krypto bisher noch völlig fremd wahr. An dieser Stelle möchten wir explizit darauf hinweisen, dass dieser Text in keiner Weise dazu gedacht ist, den Kauf oder Handel von Kryptowährungen zu bewerben oder zu bewerten. In unseren Portfolios befinden sich darüber hinaus keinerlei Kryptos.

Der Markt der Kryptowährungen ist komplex und birgt, wie auch der Kapitalmarkt, Verlustrisiken. Mit dem Unterschied, dass der Markt für Kryptowährungen bisher frei von gesetzlichen Rahmenbedingungen operiert. Wer dort sein Glück versuchen möchte, sollte sich im Vorfeld sehr gut informieren und gegebenenfalls Käufe sehr gut abwägen.

Sebastian Hasenack

Der Autor

Sebastian Hasenack

Herr Hasenack ist studierter Diplom-Ökonom und beschäftigt sich seit 2015 mit digitaler Geldanlage. Er ist Mitgründer der ersten digitalen Vermögensverwaltung aus Luxemburg. Als verantwortlicher Geschäftsführer konnte er B2C sowie B2B-Modelle eines FinTechs begleiten. Vor der online Variante arbeitete Herr Hasenack im Portfolio- und Fondsmanagement einer klassischen Vermögensverwaltung. Bei Solidvest ist Herr Hasenack als Leiter verantwortlich für Vertrieb und innovative Kooperationsmodelle.

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