Warum Börsenhöchststände der größte Feind der Anleger sind

Für Anleger gab es trotz Corona im ersten Halbjahr 2021 eine Menge zu feiern. Die schon seit Ende 2020 anhaltende Rallye an den Aktienmärkten brachte zahlreiche Höchststände in den wichtigen Börsenindizes mit sich. Egal ob S&P 500, Nikkei225, DAX30 oder Eurostoxx50: Alle liegen für die vergangenen 12 Monate deutlich zweistellig im Plus. Der DAX kratzte jüngst sogar an der magischen Grenze von 16.000 Punkten. Und plötzlich geraten viele Anleger ins Grübeln.

 

Traum Timing

Wer bereits investiert ist, denkt über etwaige Gewinnmitnahmen nach. Wer noch nicht investiert ist, zögert mit dem Einstieg und wartet auf günstigere Kurse. Kurz gesagt: Anleger versuchen den Markt zu timen. Das ist keine gute Idee. Auch wenn Markttiming in der Theorie sicherlich sehr attraktiv erscheint. Höhere Renditen durch die optimalen Aus- bzw. Einstiegszeitpunkte zu erwirtschaften ist der Traum jedes Anlegers.

 

Hoch gepokert

Das Problem liegt in der praktischen Umsetzung. Diese gelingt nur in den seltensten Fällen, was sich leicht erklären lässt: Aktienkurse sind von so vielen, oft unbekannten, Faktoren abhängig, dass kurzfristige Entwicklungen kaum bis nicht zu antizipieren sind. Deswegen ist und bleibt die langfristige Perspektive in der Geldanlage entscheidend. Und für diese langfristige Perspektive zählt jeder Tag. Das legt zumindest ein Blick auf die Vergangenheit nahe.

 

Wenige Tage, großer Effekt

Denn: Den Löwenanteil der Rendite haben Investments am Kapitalmarkt in der Vergangenheit an nur wenigen Tagen erwirtschaftet. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass die stärksten zehn bis 30 Tage über einen gesamten Anlagezeitraum von 30 Jahren den Unterschied zwischen einer positiven und einer negativen Rendite machen können. Wer etwa von 1988 bis 2018 in den DAX investierte, musste nur 13 Tage nicht investiert sein, um bereits die Hälfte seiner Rendite zu verpassen, wie die Hamburger Sutor Bank herausfand. Wer durch missglücktes Markttiming die stärksten 33 Tage verpasste, erwirtschaftete sogar eine negative Rendite. Ein Einzelfall? Mitnichten.

 

Was soll noch kommen?

Vergleichbare Entwicklungen zeigten sich auch bei Index-Investitionen in den ETF-Anleger-Liebling MSCI World, in den S&P500 oder den Hang Seng. Mehr Details dazu haben wir hier auf unserem Blog aufbereitet. Unterm Strich steht für Anleger die Erkenntnis: Wer sich bei seiner Geldanlage vertimed, hat zumindest historisch potenziell große Teile seiner Rendite verspielt. Doch bei vielen wird sich die Skepsis ob der aktuellen Höchststände kaum lösen. Nach einem sehr guten ersten Halbjahr, so die Vermutung, muss beinahe ein Rücksetzer folgen. Aber stimmt das?

 

Vergangenheit macht Mut

Zieht man historische Daten zurate, so lassen sich darauf zumindest keine Hinweise finden. Der US-amerikanische Leitindex S&P500 etwa zeigte sich nach einem guten ersten Halbjahr tendenziell robust. „Wenn das erste Halbjahr beim S&P500 größer plus zehn Prozent war, dann war in den letzten 60 Jahren in circa 75 Prozent der Fälle auch das zweite Halbjahr gut“, erklärt DJE-Research Leiter Stefan Breintner im aktuellen Marktkommentar. Und ergänzt: „Natürlich ist die Vergangenheit kein Indikator für die zukünftige Entwicklung, aber vielleicht helfen die historischen Daten trotzdem zur Einordnung“.

 

Keine Angst vor Höchstständen

Unterm Strich lässt sich also sagen: Höchststände an sich sind kein ausreichender Grund, um nervös zu werden oder gar passiv am metaphorischen Spielfeldrand zu bleiben. Gerade wenn man bedenkt, dass der DAX bei 1.000 Punkten gestartet ist. Im schlimmsten Fall schmälern Anleger mit unnötigem Taktieren sogar ihre Rendite. Selbstverständlich kann es trotzdem sinnvoll sein, sein Investmentrisiko zu anzupassen oder auf günstige Gelegenheiten zu reagieren. Diese Zeitpunkte zu erkennen und die entsprechende Positionierung vorzunehmen, bedarf aber besonderer Fachkenntnisse und Informationen.

Anleger, die lieber auf die Einschätzung und das Knowhow von Profis vertrauen möchten, können ihre Geldanlage in die Hände einer Online-Vermögensverwaltung geben. Was genau eine Online-Vermögensverwaltung ist und wie diese Geld im Auftrag ihrer Kunden investiert, erfahren Sie bei uns auf dem Blog

Michael-Philip Müller

Der Autor

Michael-Philip Müller

Herr Müller stellt die Verbindung zwischen der klassischen und der digitalen Vermögensverwaltung her und ist unter anderem für das Product Development bei Solidvest verantwortlich. 2011 begann er seine Karriere bei der BayernLB im Bereich der Unternehmensfinanzierung. Seit 2013 ist Herr Müller bei der DJE Kapital AG in der Prozessoptimierung und im Projektmanagement der Vermögensverwaltung tätig.

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