Neue Leidenschaft: Wie die Börsenmuffel zu Zockern werden

Traditionell sind im deutschsprachigen Raum insbesondere institutionelle Anleger aktiv. Nur knapp vier Prozent der aktiven Player sind Privatanleger (Stand 2019). Seit der Corona-Pandemie ist allerdings Bewegung in die Sache gekommen. Die Aktienaktivitäten der Privatanleger haben seit Ende Februar stark zugenommen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin. Für gewöhnlich halten Käufe und Verkäufe am Aktienmarkt die Waage. Zu Beginn der Krise waren die Verkäufe deutlich in der Überzahl, seit März wiederum hat sich das Bild gedreht. Privatanleger kaufen mittlerweile deutlich mehr Aktien, als sie verkaufen.

Mehr Anleger ohne Vorwissen

Hinzu kommt, dass deutlich mehr Menschen ein Depot eröffnet haben. Eine wichtige Rolle in dieser Entwicklung spielen neue Anbieter im Bereich Brokerage und Trading. Niedrige Gebühren und ein einfacher Zugang machen den Aktienhandel insgesamt attraktiver. Ein grundsätzlich begrüßenswerter Trend. Denn der Aktienmarkt ist immer noch die Anlageoption mit den vergleichsweise besten Renditeaussichten für Privatanleger. Allerdings ist dieser Trend nicht ohne Risiko. Denn eine niedrigere Eintrittsschwelle bedeutet auch, dass viele Anleger ohne Vorkenntnisse in den Markt strömen. Und die sind sich oftmals der Risiken nicht bewusst, die an den Aktienmärkten bestehen.

Wenn die Angst regiert

Neben den offensichtlichen Risiken wie beispielsweise Kursverlusten bis hin zu Totalverlusten, ist der unerfahrene Anleger selbst das größte Risiko für sein eigenes Investment. Denn mit seinem Verhalten kann er seine gesamten positiven Bemühungen zum Vermögensaufbau zunichtemachen. Etwa in Krisensituationen, wenn Kursverluste den Anlegern schlaflose Nächte bereiten. Während des Absturzes zu Beginn der Corona-Krise stiegen viele Anleger am tiefsten Punkt aus, aus Angst vor einem weiteren Verfall. Das resultierte wiederum darin, dass die Aussteiger den rapiden Aufschwung an den Märkten verpassten. Ein hochgradig frustrierendes und im Zweifel kostspieliges Erlebnis.

Errare Humanum Est

Investitionen sind ein langfristiges Geschäft, kurzfristiger Aktionismus ist entsprechend kontraproduktiv. Aber menschlich. Denn natürlich ist der erste Reflex bei einem Crash die Verlust-Minimierung. Oftmals treffen Anleger Verkaufsentscheidungen in Krisenzeiten aber nicht auf Basis fundierter Analysen, sondern aufgrund emotionaler Impulse. Sich gegen diese zu wehren ist schwer. Wer kann schon von sich behaupten, ein ausschließlich rational agierender Homo Oeconomicus zu sein?

Scheuklappen kosten

Ein weiterer klassischer Fehler, der Privatanlegern immer wieder unterläuft, ist der „Tunnelblick“. Hier versteifen sich Anleger auf ein spezielles Unternehmen, ein Produkt oder ähnliches und setzen Scheuklappen auf. Gerade bei gehypten Unternehmenswerten mit charismatischen CEOs und einer beeindruckenden Story kann das passieren. Da werden rote Flaggen abgetan, jegliche Kritik beinahe als Gotteslästerung empfunden. Dieser beinahe religiöse Dogmatismus ist aber brandgefährlich. Nicht selten vergessen Privatanleger dann die Risikostreuung und legen alle Eier in einen Korb. Sogar wider besseres Wissen. Entpuppt sich ein Unternehmen dann als schlechtes Investment, halten die Betroffenen zu lange an ihrer Entscheidung fest. Für den Privatanleger bedeutet das im schlimmsten Fall herbe Verluste.

Bauchgefühl ist kein Marktindikator

Dabei gibt es zahlreiche Indikatoren und Signale, die Kursentwicklungen ankündigen. „Bauchgefühl“ gehört nicht dazu. Um die Signale des Marktes richtig deutet zu können, brauchen Anleger aber Erfahrung, Fachwissen und Zeit. Deswegen ist das Ausprobieren am Aktienmarkt zwar grundsätzlich begrüßenswert. Und je mehr Menschen in Berührung mit dem Finanzmarkt kommen, umso besser. Aber in unerfahrenen Händen kann der erleichterte Zugang schnell zur Gefahr für die eigenen Finanzen werden. Mit einer Vermögensverwaltung können Privatanleger diese Risiken minimieren.

Fakten sind Fundament

Anleger, die auf Solidvest vertrauen, legen Ihren Vermögensaufbau in die Hände erfahrener Experten. Grundlage für alle Investitionsentscheidungen ist die FMM-Methode, die sich im Hause DJE seit über 45 Jahren erfolgreich am Markt bewährt hat. Anhand fundamentaler, monetärer und markttechnischer Indikatoren prüfen die Analysten Weltmärkte und Unternehmen detailliert. Und treffen so alle Anlageentscheidungen auf Basis von Fakten.

Michael-Philip Müller

Der Autor

Michael-Philip Müller

Herr Müller stellt die Verbindung zwischen der klassischen und der digitalen Vermögensverwaltung her und ist unter anderem für das Product Development bei Solidvest verantwortlich. 2011 begann er seine Karriere bei der BayernLB im Bereich der Unternehmensfinanzierung. Seit 2013 ist Herr Müller bei der DJE Kapital AG in der Prozessoptimierung und im Projektmanagement der Vermögensverwaltung tätig.

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