Die Grundlagen des Growth Investing

Nachdem wir uns im Blog bereits dem Anlagestil des Value Investing gewidmet haben, soll dieser Beitrag eine kleine Einführung in eine andere große „Denkschule“ der Geldanlage geben: dem Growth Investing. Wie unterscheidet es sich vom Value Investing? Und ist es besser?

Das „Morgen“ im Fokus

In der Theorie kaufen Anleger die Aktie eines Unternehmens, um an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt zu werden. In der Praxis sieht das aber nicht immer so aus. Denn viele Anleger kaufen Aktien nicht wegen ihres derzeitigen Werts, sondern wegen ihrer vermuteten zukünftigen Wertentwicklung. Diese Aktien werden auch Wachstumsaktien, beziehungsweise Growth-Aktien genannt.

 

Umsatz statt Gewinn

Wachstum bezeichnet dabei aus Sicht des Growth Investors in der Regel Umsatzwachstum. Das wird zumeist von anderen Wachstumsbereichen flankiert. Oftmals wachsen gemeinsam mit dem Umsatz auch die Zahl der Angestellten, die Produktionsstätten, Distributionskanäle und vieles mehr. Außerdem gehen die Growth Investoren davon aus, dass die Marktkapitalisierung des Unternehmens, also der Gesamtwert aller Aktien des Unternehmens, zunimmt. Eine Gewinnsteigerung ist allerdings nicht zwangsläufig Teil der Gleichung.

Konkrete Beispiele dafür lassen sich insbesondere in den wachstumsstarken und hoch bewerteten US Tech-Aktien finden. Trotz enormer Umsatzsteigerungen blieben Gewinnsteigerungen lange aus. Das liegt vor allem daran, dass Wachstums-orientierte Unternehmen Einnahmen zu großen Teilen reinvestieren – um weiteres Wachstum zu ermöglichen.

 

Drei Kennungszeichen von Growth-Aktien

Wenn klassische Kennzahlen beziehungsweise Bewertungsregeln für Wachstumsaktien nicht anwendbar sind, wie erkenne ich dann eine gute Wachstumsaktie? Diese drei Kennzeichen können helfen.

  1. Der überzeugende Narrativ

Die erfolgreichen Wachstumsaktien der vergangenen 10 Jahre hatten in der Regel eine große Gemeinsamkeit: Sie verfügen über eine große und erklärte Mission, ein Narrativ, dem sie folgen und auf deren Erfüllung sie hinarbeiten. In der Regel beinhaltet das fundamentale Veränderungen in Kundenbedürfnissen und -verhalten. Beispielsweise bei E-Mobilität oder Online Handel.

 

  1. Umsatztreibendes Management

Eine gute Geschichte ist zwar wichtig. Aber sie allein reicht nicht aus, um eine Wachstumsaktie zu machen. Wenn ein Management Team es nicht schafft, Kunden für die eigene Dienstleistung oder das eigene Produkt zu gewinnen und steigende Umsätze zu erzielen, hilft auch die beste Geschichte nicht. Die (Umsatz-) Zahlen müssen stimmen.

 

  1. Anlegerinteresse

Es klingt zunächst banal, aber das Interesse anderer Anleger an einer Aktie ist ein entscheidendes Kriterium. Ein Unternehmen mit toller Story und guten Zahlen, dessen Aktien keine hohe Nachfrage generieren, wird auch keine steigenden Kurse erzielen. Das heißt in der Regel aber auch, dass es beinahe unmöglich ist, eine Wachstumsaktie am niedrigsten Punkt zu erwischen. Realistisch betrachtet wird die sich Aktie sogar eher an einem ihrer kürzlichen Höchststände oder in der Nähe davon befinden. Wenn Wachstum die höchste Priorität genießt, wird der Growth Investor das in Kauf nehmen. Auch hierfür sind die US-Tech-Werte ein gutes Beispiel.

 

Geduld und Cleverness

Eines dürfen Anleger nicht vergessen: Growth Investing ist eine längerfristige Herangehensweise. Geduld und Ruhe sind immanent wichtig. Denn keine Aktie steigt stur nach oben, ohne, dass es Rücksetzer und Korrekturen gibt. Auch die starken US-Werte waren und sind immer wieder Schwankungen ausgesetzt. Diese können der wirtschaftlichen Gesamtsituation geschuldet sein oder unternehmensspezifische Gründe haben. Solange sie aber den langfristigen Investment Case nicht nachhaltig beeinträchtigen, sind sie kein Grund zur Beunruhigung. Stattdessen können mutige und überzeugte Growth Investoren in dieser Zeit gemäß dem Motto „Buy the Dip“ ihre Position der betroffenen Aktie ausbauen.

 

Herausforderung für Privatanleger

Wachstumsaktien zu finden und sie langfristig zu halten kann sich als Strategie auszahlen. Das ist in der Theorie aber leichter gesagt als getan. Welcher Investmentcase wirklich spannende Zukunftsperspektiven bietet, ob ein Unternehmen die richtige Wachstumsdynamik hat oder das Management die passenden Schritte plant, ist als Privatanleger schwierig zu beurteilen. Neben einem enormen Zeitaufwand und den erforderlichen Fachkenntnissen ist auch der Zugang zu bestimmten Informationen ein Problem.

 

Licht ins Dunkel

Die Analysten der DJE Kapital AG füllen diese unbekannten Größen Tag für Tag mit Informationen, können Aktien so umfassend auf ihr Wachstumspotenzial prüfen und so die bestmöglichen Anlageentscheidungen für Solidvest treffen. Dazu führen sie unter anderem zahlreiche persönliche Gespräche mit Entscheidungsträgern der betroffenen Unternehmen und treffen Anlageentscheidungen mithilfe der bewährten FMM-Methode. Hier fließen auch die Betrachtungsweisen aus dem Value Investing ein und bilden so eine fein abgestimmte Balance. Mehr zur Online Vermögensverwaltung Solidvest.

Michael-Philip Müller

Der Autor

Michael-Philip Müller

Herr Müller stellt die Verbindung zwischen der klassischen und der digitalen Vermögensverwaltung her und ist unter anderem für das Product Development bei Solidvest verantwortlich. 2011 begann er seine Karriere bei der BayernLB im Bereich der Unternehmensfinanzierung. Seit 2013 ist Herr Müller bei der DJE Kapital AG in der Prozessoptimierung und im Projektmanagement der Vermögensverwaltung tätig.

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