Dividenden: ein unterschätzter Renditetreiber?

Höher, schneller, weiter – so schien in den vergangenen Jahren das Motto an den internationalen Börsen zu lauten. Rasante Kurssteigerungen, insbesondere im Bereich der US-Techwerte, dominierten das Geschehen. Growth-Aktien galten lange als das Nonplusultra und waren monatelang die am meisten gehandelten Werte. Seit einigen Monaten schwächeln die bekannten Wachstums-Titel, von denen viele an der US-Technologie-Börse NASDAQ gelistet sind.

Dividendensaison im Frühjahr

Value Titel sind zumindest für den Moment wieder auf dem Vormarsch. Und mit Ihnen die Dividenden. Das liegt nicht zuletzt auch an der Jahreszeit: Die Zeit von Frühling bis Frühsommer gilt in Deutschland gemeinhin als „Dividendensaison“. Denn hier schütten die meisten DAX-Unternehmen ihre Dividenden aus. Die Ausschüttungen gibt es aber nicht nur zu dieser Zeit, sondern über das gesamte Jahr.

„Ein Symbol für langfristige Perspektive“

Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff? Die Dividende ist eine Ausschüttung eines Unternehmens an seine Aktionäre. Das grundsätzliche Prinzip ist einfach, erklärt DJE-Vorstand und Dividendenspezialist Dr. Jan Ehrhardt:

„Mit dem Erwerb einer Aktie gibt der Anleger dem Unternehmen Eigenkapital, mit dem das Unternehmen investieren kann. Beispielsweise in das Schaffen neuer Arbeitsplätze. Als Gegenleistung erhält der Aktionär die Dividende zurück. Für mich ist die Dividende ein Symbol für zukünftige Pläne und eine langfristige Perspektive.“

Diese Ausschüttung ist in der Regel Teil des Unternehmensgewinns und erfolgt jährlich, halbjährlich oder quartärlich. Der Vorstand des Unternehmens legt gemäß der Unternehmenspolitik die Höhe der Dividende fest – die Hauptversammlung der Aktionäre muss diesem Vorschlag zustimmen. Die Dividende wird pro Aktienanteil angegeben.

Welche Unternehmen schütten Dividenden aus?

Doch nicht jedes Unternehmen zahlt Dividenden aus. Viele der bekannten Wachstums-Unternehmen verzichten beispielsweise gänzlich auf die Ausschüttungen und reinvestieren lieber sämtliche Erträge. Und „oftmals werden Unternehmen erst nach einer gewissen Zeit zu Dividendenfirmen“, weiß Dr. Jan Ehrhardt. Beispiele dafür fänden sich auch im Technologiebereich, „etwa unter Halbleiterproduzenten“, erklärt der Dividendenspezialist. Grundsätzlich finden sich aber in beinahe jedem Sektor Dividendenaktien. Das gilt auch für die Dividendenaristokraten. So werden die Unternehmen bezeichnet, die über einen besonders langen Zeitraum (25 Jahre) hinweg kontinuierlich steigende Dividenden gezahlt haben.

Number crunching

Um eine gute Dividendenaktie zu sein, sind solide Unternehmensgewinne nötig – das ist klar. Aber welche Kennzahlen sind darüber hinaus wichtig? Möchte ein Anleger die Nachhaltigkeit (nicht ESG) einer Dividendenaktie betrachten, lohnt sich ein Blick auf die Ausschüttungsquote. Also der Anteil des Gewinns pro Aktie, den ein Unternehmen als Dividende an seine Aktionäre auszahlt. Nehmen wir an, dass ein Unternehmen 2 Euro pro Aktie Gewinn macht und eine Dividende von 1 Euro zahlt, ergäbe das eine Ausschüttungsquote von 50 Prozent. Als Faustregel gilt: Je höher die Quote, desto schlechter. Denn ein Unternehmen, das große Teile seines Gewinns für die Renditenausschüttung aufwendet, läuft eher Gefahr, die Dividende bei sinkenden Gewinnen zu kürzen.

Aussagekraft der Dividendenrendite

Auch die Dividendenrendite ist eine wichtige Kennzahl, die für die Bewertung einer Dividendenaktie herangezogen wird. Sie gibt das prozentuale Verhältnis von Rendite und Aktienkurs wieder. Heißt: Wird eine Aktie für 100 Dollar gehandelt und das Unternehmen schüttet 2 Euro Rendite pro Aktie aus, beträgt die Dividendenrendite 2 Prozent. Anleger, die an hohen Dividenden interessiert sind, richten sich oft nach dieser Kennzahl. Sie sollte allerdings mit Vorsicht genossen werden. So kann beispielsweise ein temporär stark eingebrochener Aktienkurs die Aussagekraft enorm verfälschen.

Dividende als strategisches Werkzeug

In der klassischen Dividendenstrategie setzen die Anleger darauf, dass die Aktien in ihrem Depot primär mit den regelmäßigen Ausschüttungen Rendite erwirtschaften. Steigerungen im Kurswert sind in diesem Ansatz eher sekundär. Als Urvater dieser Strategie gilt Börsenpionier Benjamin Graham mit den so genannten „Dogs of the Dow“. Er setzte auf die 10 Aktien aus dem Dow Jones mit der höchsten Dividendenrendite, um so den Index zu schlagen.

Erfolg ohne Zusammenhang?

Ob eine reine Dividendenstrategie zuverlässig den Markt schlagen kann, ist und bleibt ungeklärt. Zwar gab es in der Vergangenheit Jahre, in denen das der Fall war. Aber ein eindeutiger kausaler Zusammenhang konnte bisher nicht etabliert werden. Neben dem Ziel der Outperformance nutzen manche Anleger ein Dividendenportfolio mit dem Ziel regelmäßige Einkünfte zu erwirtschaften.

Balance halten

Dividenden sind für Anleger also ein nützliches Vehikel. Trotzdem ist eine reine Dividendenstrategie je nach Ziel mit Vorsicht zu genießen. Keine Dividende ist in Stein gemeißelt, wirtschaftliche Umwälzungen oder unvorhersehbare Krisen können Dividenden gefährden – wie bei allen Aktien. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist deshalb eine Mischung sinnvoll. Ein gut ausbalanciertes Portfolio nutzt auch die positiven Renditeeffekte von Dividendenaktien. Deswegen findet sich das Thema „Dividendenrendite“ auch in den Solidvest Portfolios.

Sebastian Hasenack

Der Autor

Sebastian Hasenack

Herr Hasenack ist studierter Diplom-Ökonom und beschäftigt sich seit 2015 mit digitaler Geldanlage. Er ist Mitgründer der ersten digitalen Vermögensverwaltung aus Luxemburg. Als verantwortlicher Geschäftsführer konnte er B2C sowie B2B-Modelle eines FinTechs begleiten. Vor der online Variante arbeitete Herr Hasenack im Portfolio- und Fondsmanagement einer klassischen Vermögensverwaltung. Bei Solidvest ist Herr Hasenack als Leiter verantwortlich für Vertrieb und innovative Kooperationsmodelle.

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