EZB, Fed & Co.

Die Zinsen sind niedrig, schon seit Jahren. Das ist eine Herausforderung für Anleger. Verantwortlich für das Zinsumfeld sind die Notenbanken – sie legen den Leitzins fest. Ob die US-amerikanische Notenbank Fed oder die Europäische Zentralbank EZB: Finanzprofis hören daher genau hin, wenn sich die mächtigen Institutionen äußern. Aber was macht eine Zentralbank eigentlich genau? Und wie beeinflussen ein niedriger Leitzins oder Anleihekauf-Programme die persönliche Geldanlage? Wir erklären es.

Bank der Banken mit Notenprivileg

Was also ist eine Zentralbank? Kurz und knapp: Die Zentralbank steuert die Geld- und Währungspolitik in einem Land oder einem Währungsgebiet. So ist beispielsweise die Schweizerische Nationalbank – Überraschung! – für die Schweiz zuständig und auf länderübergreifender Ebene zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum. Zudem werden Zentralbanken oftmals auch „Notenbanken“ genannt, da sie über das sogenannte Notenprivileg verfügen. Das bedeutet, sie dürfen als einzige Institute Geld drucken und in Umlauf bringen. Darüber hinaus halten die Zentralbanken Währungsreserven und refinanzieren damit die Geschäftsbanken. Daher werden sie oft auch als „Bank der Banken“ bezeichnet.

Oberstes Ziel: Preisstabilität

Die wesentlichste Aufgabe der Zentralbank liegt jedoch darin, das Preisniveau und den Geldwert stabil zu halten. Die EZB beispielsweise hat als Ziel eine Inflationsrate von etwa zwei Prozent festgelegt. Warum? Weil Preisstabilität eine wichtige Basis für eine funktionierende Wirtschaft ist. Um dies zu sichern, sind Zentralbanken in den meisten Ländern von politischen Weisungen unabhängig. Oftmals werden weitere gesamtwirtschaftliche Ziele der Geldpolitik festgeschrieben, zum Beispiel Wirtschaftswachstum oder Wechselkursstabilität.

Zentralbanken können demnach die Wirtschaft innerhalb und auch außerhalb ihres Währungsraums stark beeinflussen. Wie oft und in welchem Umfang eine Notenbank ihre Kräfte einsetzt, ist dabei sehr verschieden. Wie wichtig gerade die US-Notenbank ist, zeigt sich daran, dass der gesamte US-Börsenaufschwung seit der Finanzkrise kaum durch Gewinnsteigerungen, sondern primär durch Aktienrückkäufe und die lockere Geldmarktpolitik ausgelöst wurde. Doch welche Mittel setzte die Fed hierfür ein?

Leitzins ist Trumpf

Die Fed ist, ebenso wie alle anderen Zentralbanken, mit besonderen Befugnissen ausgestattet. Das machtvollste Instrument: Sie steuert den Leitzins. Dieser legt den Preis fest, zu dem sich die Geschäftsbanken von der Zentralbank mit Geld eindecken. Die Banken verleihen dieses Geld dann an ihre eigenen Kunden weiter, natürlich mit einem Aufschlag. Droht eine Inflation, kann die Notenbank den Leitzins anheben. In der Folge verteuern sich die Kredite für Unternehmen und Privatpersonen, es werden weniger Darlehen aufgenommen und die Geldmenge geht zurück. Das Ergebnis: Die Inflation sinkt. Andersrum funktioniert das auch. Senkt die Notenbank den Leitzins, wird die Geldaufnahme für alle günstiger und die Wirtschaft wird belebt. Wenn Notenbanken wie die Fed oder die EZB neues Geld ausgeben, stützt das tendenziell auch die Aktienkurse.

Anleihekauf-Programme als Stimulus

Ein weiteres Mittel der Zentralbanken sind Anleihekäufe. Weltweit kaufen aktuell viele Notenbanken in großem Umfang Anleihen von Unternehmen und Staaten. Das verschafft Liquidität und soll die Wirtschaft ankurbeln. Während das günstige Geld zuletzt die Aktienkurse nach oben trieb, weisen dadurch allerdings manche Staatsanleihen – darunter kurzlaufende Bundesanleihen – seit Längerem Negativzinsen auf. Das bedeutet: Wer solche Anleihen heute kauft und diese bis zur Endfälligkeit hält, macht damit Verluste. Andererseits erkauft sich der Anleger dadurch Sicherheit. Das scheinbar unverrückbare Gesetz, wer sich Geld leiht, muss anderen dafür einen Zins zahlen, ist damit außer Kraft gesetzt – zumindest für einige Staaten und Unternehmen.

Geldpolitik im Blick behalten

Angesichts der weiterhin lockeren EZB-Geldpolitik spricht einiges dafür, dass diese Entwicklung in nächster Zeit anhalten wird. Bei der Zusammenstellung eines ausgewogenen und den individuellen Risikoneigungen entsprechenden Portfolios sollte daher am besten ein Experte zu Rate gezogen werden. Bei Solidvest, der Online-Vermögensverwaltung der DJE Kapital AG, treffen breite Marktexpertise und 45 Jahre Erfahrung aufeinander. Die Experten haben die Geldpolitik der Notenbanken weltweit im Blick, verfolgen jede Ankündigung für mögliche Zinsveränderungen und können entsprechende Signale frühzeitig in den Anlageentscheidungen berücksichtigen. Das Plus für den Anleger: ein solider Vermögensaufbau!

Maximilian Nindel

Der Autor

Maximilian Nindel

Maximilian Nindel verantwortet die technische Projektumsetzung bei Solidvest. Nach einem Doppel-Bachelor der VWL und BWL schloss er Ende 2018 an der Universität Augsburg seinen VWL-Master mit seiner Arbeit zum Aufbau und Grenzen von digitalen Vermögensverwaltungen ab. Seit 2015 ist Herr Nindel für die DJE Kapital AG tätig, wo er im Research unter anderem die Hauseigene Datenbank aufbaute.

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