Aktien-Spürnase: Wie erkenne ich spannende Unternehmen?

Es ist eine der Grundsatzfragen, die Aktien-Anleger umtreibt: Woher weiß ich, ob das Unternehmen, das sich hinter eine Aktie verbirgt, ein gutes ist. „Gut“ meint in diesem Fall: ein lohnendes Investment. Als aufmerksamer Leser unseres Blogs werden Sie vermutlich bereits wissen, dass es zahlreiche Möglichkeiten gibt, sich dieser Frage anzunähern. Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag eine Methode näherbringen, die sich seit langer Zeit bewährt hat: die SWOT-Analyse.

Made in Harvard

Zunächst wollen wir eine mögliche Verwechslung ausräumen. SWOT hat nichts mit einem Spezialeinsatzkommando der Polizei zu tun, wenngleich das Akronym verdächtig ähnlich klingt. Stattdessen steht SWOT für „Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats“. Also zu Deutsch Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die SWOT-Analyse zieht interne und externe Faktoren heran, um die Marktpositionierung und strategische Ausrichtung eines Unternehmens auszuwerten. Entwickelt wurde die Methode in den 1960er Jahren an der Harvard Business School und gilt seitdem als Grundlage für strategische Entscheidungsfindung.

 

Warum hilft die SWOT-Analyse einem Investor?

Auf der Suche nach den richtigen Aktien für das eigene Portfolio ist die Zukunftsperspektive ein wesentlicher Faktor. Und auch, wenn die vielbeschworene Kristallkugel selbstverständlich nur in Märchen und Fantasy-Romanen zur Verfügung steht, gibt es Hilfsmittel, um valide Annahmen über Unternehmen und ihre weitere Entwicklung zu machen. Eines davon ist die SWOT-Analyse. Doch wie funktioniert sie genau?

 

Intern vs. Extern

Wie bereits geschildert, zieht die SWOT-Analyse interne und externe Faktoren heran, um die strategische Positionierung eines Unternehmens zu bewerten. Stärken und Schwächen gehören in die interne Dimension, Chancen und Risiken in die externe Dimension.

Stärken:

Der Bereich Stärken konzentriert sich auf das, was ein Unternehmen vom Wettbewerb abhebt. Das können verschiedene Dinge sein. Beispielsweise überlegene Technologie, Strahlkraft der Marke, besonders treue Kunden, gute Finanzkennzahlen oder herausragende Manager und Staff.

Schwächen:

Hier geht die Analyse auf Eigenheiten eines Unternehmens ein, die einen negativen Einfluss auf dessen Leistung oder Entwicklung haben. Diese Eigenheiten sollten zukünftig angegangen werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören geringe Margen, eine instabile Lieferkette, hohe Verschuldung oder eine nicht ausreichende Finanzierung.

Chancen:

Hier widmet sich die Analyse günstigen, externen Umständen, die einem Unternehmen helfen können, seine eigene strategische Position zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise eine neue Gesetzgebung, die das eigene Geschäftsmodell fördert, aber etwa auch die gesamtwirtschaftliche Lage, demografische Entwicklung oder technologische Innovation, die die Erschließung neuer Märkte oder Gewinnung weiterer Marktanteile ermöglichen.

Risiken:

Genauso, wie es positive externe Einflüsse gibt, sehen sich Unternehmen regelmäßig auch negativen externen Faktoren gegenüber, die das eigene Geschäft schädigen oder gefährden können. Auch hier können neue Gesetze eine wichtige Rolle spielen. Aber auch das Wetter (zB. starke Dürreperioden), steigende Rohstoffpreise, zunehmender Wettbewerb oder ein schwieriger Arbeitsmarkt gehören dazu.

 

Der Ablauf

Schritt 1: Datengrundlage schaffen

Dieser Schritt ist das Fundament für eine effektive und sinnvolle SWOT-Analyse. Wichtig ist einerseits zu klären, wo die Verfügbarkeitsgrenzen von Daten liegen und wie verlässlich diese sind. Gerade als Privatanleger verfügt man nicht immer über dieselben Informationsquellen, auf die ein professioneller Investor zugreifen kann. Aber je umfassender die Datenlage ist, desto hilfreicher für die Analyse.

 

Schritt 2: Leitfragen entwickeln

Um aus den Daten sinnvolle Erkenntnisse zu ziehen ist es notwendig, Leitfragen zu formulieren, die die wichtigsten internen und externen (Miss-)Erfolgsfaktoren abdecken. Diese können je nach Unternehmen, Geschäftsmodell und Markt sehr unterschiedlich sein. Hier ein paar Beispiele aus allen vier Bereichen:

  • Worin ist das Unternehmen besonders gut/besser als der Wettbewerb?
  • Ist ein Produktangebot besonders erfolgreich? Welches Produkt hinkt hinterher?
  • Über welche Ressourcen verfügt das Unternehmen? Wo fehlen dem Unternehmen Ressourcen?
  • Wie stabil sind die Lieferketten?
  • Welche technologischen/gesellschaftlichen Trends werden relevant für das Unternehmen?
  • Gibt es nicht erschlossene Marktsegmente?
  • Droht eine schärfere Regulierung des Unternehmens?

Schritt 3: Die Lücken schließen

Mit den entwickelten Fragen und der umfassenden Datengrundlage können Anleger sich anschließend ein umfassendes Bild zur strategischen Positionierung eines Unternehmens sowie seines individuellen Stärken- und Schwächen-Profils machen.

Bei der klassischen SWOT-Analyse, die Unternehmen für ihre eigene Strategieentwicklung einsetzen, gibt es noch zusätzliche Schritte. Diese werden aber aus Anlegersicht nicht unbedingt benötigt. Daher haben wir hier auf diese Schritte verzichtet.

 

Zusammengefasst: Warum ist eine SWOT-Analyse nützlich?

  • ausgewogen: kombiniert interne und externe Faktoren, negative und positive Aspekte
  • umfassend: kombiniert verschiedene Perspektiven und Datenquellen
  • vorausschauend: zeichnet sowohl ein Bild vom Status Quo als auch von den Zukunftsaussichten
  • unterstützend: hilft Investoren bei der Entscheidungsfindung

Informiert entscheiden

Selbstverständlich gibt es auch darüber hinaus noch zahlreiche Faktoren, Kennzahlen und Methoden, die helfen können. Und auch eine SWOT-Analyse liefert keine Schutzgarantie vor Verlusten am Kapitalmarkt. Aber die gewonnenen Erkenntnisse helfen Anlegern dabei, informierte Entscheidungen zu treffen.

Sebastian Hasenack

Der Autor

Sebastian Hasenack

Herr Hasenack ist studierter Diplom-Ökonom und beschäftigt sich seit 2015 mit digitaler Geldanlage. Er ist Mitgründer der ersten digitalen Vermögensverwaltung aus Luxemburg. Als verantwortlicher Geschäftsführer konnte er B2C sowie B2B-Modelle eines FinTechs begleiten. Vor der online Variante arbeitete Herr Hasenack im Portfolio- und Fondsmanagement einer klassischen Vermögensverwaltung. Bei Solidvest ist Herr Hasenack als Leiter verantwortlich für Vertrieb und innovative Kooperationsmodelle.

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