Meme Stocks: drei wichtige Lehren für Anleger

Wenn wir in diesem Jahr eines gelernt haben, dann ist es ganz sicher: Hypes am Aktienmarkt sind kein ausgestorbenes Phänomen. Sie sind quicklebendig und erleben durch unsere umfassende digitale Vernetzung sogar eine Renaissance. Die Rede ist selbstverständlich von den so genannten Meme-Stocks, die im Frühjahr 2021 von einer ungekannten Woge der Anleger-Euphorie zu immer neuen Höchstkursen getragen wurden und der auch ein Thema in unserem Podcast war (Zur Folge). Was können Anleger aus diesem Hype lernen?

 

Redditarmy vs. Shortseller

Hintergrund der ganzen Entwicklung war die Motivation, große Shortseller und Hedgefonds in Bedrängnis zu bringen, die massiv gegen bestimmte Aktien angeschlagener Unternehmen gewettet hatten. Zu dem Zweck verabredeten sich zahlreiche Nutzer der Forums-Plattform reddit, eben diese Aktien zu kaufen und ihren Wert in die Höhe zu treiben. So wollten man den Shortsellern massive Verluste beibringen. Ob die Aktien ein lohnendes Investment-Ziel waren, interessierte nicht. Das Subreddit (Unterforum) „Wallstreetbets“ entpuppte sich dabei als treibende Kraft. Im Minuten-Takt feuerten die User Memes mit Durchalteparolen und neuen Anfeuerungen in den Kanal. Diesen Memes verdanken die „Meme-Stocks“ auch ihren Namen.

 

Die Lehren aus dem Hype

Innerhalb kürzester Zeit bekam die Bewegung ein enormes Momentum und die Kurse der betreffenden Aktien explodierten nach oben. Das lockte selbstverständlich Glücksritter und Trittbrettfahrer an, die ihre Chance auf das ganz große Geld witterten. Und sogar unerfahrene Anleger fanden sich plötzlich inmitten einer gewaltigen Kursachterbahn wieder. Während einige Anleger mit dem Hype sicherlich gutes Geld verdient haben dürften, konnte die überwiegende Mehrzahl froh sein, ohne große Verluste herauszukommen. Das unterstreicht, wie gefährlich solche Hype-Aktien für Anleger sein können. Welche Lehren können Anleger aus dem Meme-Stock-Hype ziehen, um solche Erfahrungen künftig zu vermeiden?

 

1. Ohne Diversifikation geht nichts.

Sicher, die 4-stelligen grünen Prozentzahlen auf dem Display des Smartphones sahen verlockend aus. Auch die Medien waren voll mit den Berichten zu Meme-Stocks und der Reddit-Army. Teil des Hypes zu sein und dazu noch die Aussicht auf riesige Renditen – wer kann da schon nein sagen? Ganz einfach: ein strategischer Investor. Denn wer große Teile seines Vermögens in nur wenige Aktien investiert, begeht einen klassischen Anfängerfehler. Nicht umsonst lautet eine der bekanntesten Börsenweisheiten „nicht alle Eier in einen Korb legen“. Das Aktienportfolio zu diversifizieren, sichert Anleger gegen viele Risiken des Kapitalmarktes ab, oder schmälert sie zumindest signifikant. Wichtig ist dabei die Streuung über verschiedene Regionen, Assetklassen, Branchen und viele verschiedene weitere Faktoren. Wichtige Tipps zur Minderung von Portfoliorisiken geben wir auch hier auf unserem Blog (Zum Beitrag).

 

2. „Timing is a b*tch“

Bei den Meme-Stocks ließ sich gut beobachten, wie Anleger versuchten, ihren Ein- und Ausstieg perfekt zu timen. „Buy low, sell high“ galt selbstverständlich als erklärtes Ziel für viele Anleger. Dabei verbrannten sich aber viele die Finger, denn die Kursentwicklung der Meme-Stocks folgte keinem erkennbaren markttechnischen Muster, die Aktien-Indikatoren und das Marktumfeld waren für eine Einschätzung vollkommen unbrauchbar. Die Aktien waren unter fundamentalen Gesichtspunkten kein attraktives Investment und die Kursentwicklung zu antizipieren unmöglich. Zu guter Letzt machten die Trading-Plattformen immer wieder Probleme, konnte Trades nicht rechtzeitig abwickeln und setzen zum Teil den Handel vollständig aus. Doch auch unter normalen Umständen ist Markttiming eine Herausforderung. Warum Anleger in der Regel besser fahren, wenn sie auf einen langfristigen Anlagehorizont setzen, erklären wir hier im Blog (Zum Beitrag).

 

3. Der Schein trügt

Selbstverständlich lockten die enormen Kurssteigerungen viele Anleger an oder machten sie zumindest neugierig. Kurszuwächse von mehreren tausend Prozent sprechen unseren inneren Rendite-Teufel an. Aber: Um diesen wieder in den Griff zu bekommen, ist es unverzichtbar, sich die Datenlage genau anzusehen. Nur wenige Blicke auf die Kennzahlen der Meme-Stocks hätten gereicht, um zu erkennen, dass sie keine strategische Investition wert sind. Das mag langweilig und bieder klingen, ist aber die Essenz eines langfristig erfolgreichen Vermögensaufbaus.

 

Unterm Strich

Eine weitere Lehre aus der wilden Meme-Stock-Achterbahnfahrt könnte lauten, dass die Hilfe von Profis durchaus sinnvoll sein kann, wenn es um das Thema Geldanlage geht. Zwar kann auch ein erfahrener Vermögensverwalter niemals risikofrei für seine Kunden investieren und Verluste sind ebenfalls möglich. Aber wer ein mehrköpfiges Experten-Team hat, das sich um die eigene Geldanlage kümmert, kann die Hypes um einzelne Aktien getrost ignorieren und sich schöneren Dingen zuwenden. Und läuft so nicht Gefahr, sein Geld mit spannenden, aber gefährlichen Zockereien zu verspielen.

Sebastian Hasenack

Der Autor

Sebastian Hasenack

Herr Hasenack ist studierter Diplom-Ökonom und beschäftigt sich seit 2015 mit digitaler Geldanlage. Er ist Mitgründer der ersten digitalen Vermögensverwaltung aus Luxemburg. Als verantwortlicher Geschäftsführer konnte er B2C sowie B2B-Modelle eines FinTechs begleiten. Vor der online Variante arbeitete Herr Hasenack im Portfolio- und Fondsmanagement einer klassischen Vermögensverwaltung. Bei Solidvest ist Herr Hasenack als Leiter verantwortlich für Vertrieb und innovative Kooperationsmodelle.

Nichts mehr verpassen. Abonnieren Sie jetzt unseren Monatlichen Newsletter!

Bei Solidvest handelt es sich um eine standardisierte Vermögensverwaltung. Der Vermögensverwalter, die DJE Kapital AG, trifft im Rahmen der mit dem Kunden vereinbarten Anlagerichtlinien sämtliche Anlageentscheidungen nach eigenem Ermessen und ohne vorherige Einholung von Weisungen. Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Diese E-Mail stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch eine Einladung zur Zeichnung oder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzprodukten dar.

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen berücksichtigen weder die steuerlichen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen noch stellen diese eine Steuerberatung dar. Ehe Sie Anlageentscheidungen treffen, sollten Sie sich persönlich von einem Fachmann beraten lassen, da die in diesem Dokument enthaltenen Informationen keine sorgfältige Beratung ersetzen. Weiter eignet sich Solidvest nicht für Sie, wenn Sie einen kurzfristigen Anlagehorizont haben, eine sichere Anlage und sichere Erträge suchen und keine erhöhten Wertschwankungen akzeptieren. Bitte beachten Sie unsere Risikohinweise.

 

FAQ | Datenschutzerklärung

DJE Kapital AG | Pullach | Amtsgericht München | HRB 128888 | St.-Nr. 143/100/31268 | USt-IdNr. DE129331013

Vorstand: Dr. Jens Ehrhardt (Vors.), Dr. Jan Ehrhardt (stv. Vors.), Dr. Ulrich Kaffarnik, Peter Schmitz, Thorsten Schrieber | Aufsichtsrat: Dr. Ralf Bethke (Vors.)