Rückenwind in Orkanstärke

Erlebten in der Pandemie bislang vor allem Technologieaktien einen nahezu beispiellosen Aufschwung, können in der wirtschaftlichen Erholung vor allem konjunktursensitive, zyklische Branchen profitieren. Das Universum aussichtsreicher Aktien wird im aktuellen Umfeld hoher Liquidität und niedriger Zinsen breiter und stabiler.

Die Autoren

Das Analystenteam von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Einmal im Monat fassen sie ihre Ergebnisse zusammen. Im Gespräch mit dem Wall Street Experten und Finanzjournalisten Markus Koch geht der Leiter der DJE Research Abteilung, Florian Bohnet, auf die zentralen Thesen ein.

 

 

Die wichtigsten Punkte für den März 2021

  1. Aktien sind das Mittel der Wahl, um Rendite zu erwirtschaften.
  2. Der monetäre Rückenwind dominiert weiter. Inflationsängste und die Furcht vor steigenden Zinsen sollten wieder nachlassen.
  3. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch: Wir setzen auf Wachstum und Value.
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Aktien sind das Mittel der Wahl, um Rendite zu erwirtschaften

Konjunkturerholung, Gewinnüberraschungen und monetärer Rückenwind in Orkanstärke: In diesem Umfeld sind Beteiligungen an werthaltigen Unternehmen attraktiv. In einem Szenario von Niedrigst- bzw. Strafzinsen und steigenden Inflationsraten sind Investitionen mit Sachwertcharakter gesucht. Unternehmen, die in ihren Branchen Marktführer sind und die Preise anheben können, haben sogar die Möglichkeit gestärkt aus der Coronakrise hervorzugehen.

Bei Digitalunternehmen dürfte das Thema der Besteuerung Begehrlichkeiten wecken: Die Giganten der Branche sind international aktiv, zahlen aber – dank geschickter Wahl des Firmensitzes – kaum Steuern. Generell wird auch das Thema Umverteilung aufkommen, sobald die Pandemie stärker in den Hintergrund tritt. Vorerst ist es für diese Besorgnisse aber noch zu früh. Zunächst steht für Aktien eine saisonal starke Phase bis April an.

Fazit: Wir bleiben hoch investiert. Unser einprägsames Kursziel von 16.000 für den DAX steht.

 

monetärer Rückenwind dominiert. Inflationsängste und Furcht vor steigenden Zinsen sollten nachlassen

Der jüngste Zinsanstieg hat Anleiheinvestoren vor Augen geführt, dass mit Anleihen durchaus auch Kursrisiken verbunden sind. Wir konnten uns dank unserer bewusst kurzen Duration in den Anleiheportfolios positiv absetzen. Die Anzeichen für steigende Renditen waren für uns vorab gut zu sehen: Die zunehmende Konjunkturerholung und die steigenden Inflationserwartungen sind die Hauptursachen.

 Wir gehen inzwischen davon aus, dass die Fokussierung auf das Thema Inflation nachlassen wird, nachdem es allerorten diskutiert wurde und auch die Basiseffekte durch den Ölpreis hinreichend bekannt sind. Eine nachhaltige Lohn-Preis-Spirale sehen wir nicht, auch wenn wir temporär mit 3% Inflation rechnen und von steigenden Lohnforderungen ab dem 2. Halbjahr 2021 ausgehen. Aktien und Risiko-Assets im Allgemeinen profitieren von den steigenden Geldmengen. Der Bitcoin-Boom ist nur eines der offensichtlichen Zeichen hierfür.

Wir können uns vorstellen, dass die Zentralbanken, um die Zinsen niedrig zu halten, noch weiter monetär ankurbeln und/oder eine „Operation Twist“ vornehmen, d.h. ihre Anleihebestände von kurz- in langfristige Anleihen umschichten könnten. Inzwischen spricht aber auch die sehr einseitige Markttechnik – es herrscht großer Pessimismus – gegen einen weiteren schnellen Anstieg der Zinsen. Wir gehen davon aus, dass die 1,5% für 10-jährige US-Anleihen zunächst nicht weit überschritten werden.

Fazit: Monetäre Überversorgung, gepaart mit nicht mehr stark steigenden Zinsen und temporär erhöhten Inflationsraten. Gut für Aktien.

 

Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch: Wir setzen auf Wachstum und Value

Technologie- und Wachstumsunternehmen haben im Vergleich zu manchem Zykliker in den vergangenen Monaten oft das Nachsehen gehabt. Trotz hoher Wachstumsraten und robusten Geschäftsmodellen legten die Kurse nicht mehr durch die Bank zu. Neben den hohen Corona-Basiseffekten, welche auf die Wachstumsraten der nächsten Quartale drücken, waren auch die steigenden Zinsen eine Belastung. Wachstumsunternehmen leiden tendenziell als erstes unter steigenden Zinsen. Entsprechend hatten wir empfohlen, ausgewogen zu investieren.

Mit Blick nach vorne ist es realistisch, dass sich im aktuellen Umfeld beide Aktiengruppen, Wachstum und Value, behaupten können. Auch die zunehmende Marktbreite signalisiert einen belastbaren Aufschwung an den Aktienmärkten. Vorsicht ist lediglich bei den sehr hoch bewerteten Technologiewerten geboten, die zuletzt stark bei Kleinanlegern in Mode geraten sind. Die großen Standard-Technologiewerte dagegen sind ihrer Bewertung nicht davongelaufen. Beachtet werden sollte auch der Einfluss des Dollars auf die Unternehmen, denn dieser dürfte seine Schwächephase überwunden haben. Folglich sind Gold und Goldaktien derzeit weniger attraktiv.

Fazit: Pauschale Aussagen zu Sektoren greifen zu kurz. Gute Unternehmen gibt es derzeit in vielen verschiedenen Branchen und Regionen.

 

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Florian Bohnet

Der Autor

Florian Bohnet

Herr Bohnet ist Leiter des Bereichs Research & Portfoliomanagement. Zusammen mit seinen 13 Teammitgliedern ist er für die Asset Allocation und Einzeltitelauswahl der DJE Kapital AG verantwortlich. Er treibt die Digitalisierung und Quantifizierung des DJE-Investmentprozesses voran.

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