USA und China im Vorwärtsgang

Turbulenzen an den Börsen nach US-Wahlen sind traditionell vorprogrammiert, aber endlich. China hat sich bereits vom Corona-Schock erholt und bietet Chancen am Aktienmarkt. Die mittelbar und unmittelbar durch die Pandemie verstärkten Trends im Technologiesektor setzen sich fort, vor allem Cleantech-Unternehmen stoßen auf immer größeres Interesse.

Die Autoren

Das Analystenteam von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Einmal im Monat fassen sie ihre Ergebnisse zusammen. Im Gespräch mit dem Wall Street Experten und Finanzjournalisten Markus Koch geht der Leiter der DJE Research Abteilung, Florian Bohnet, auf die zentralen Thesen ein.

 

 

Die wichtigsten Punkte für die kommenden Wochen:

  1. Wir gehen von einer positiven Börsenentwicklung bis zum Jahresende aus.
  2. Chinas Volkswirtschaft bleibt das Zugpferd der Weltkonjunktur. Asiatische bzw. chinesische Aktien sind selektiv chancenreich.
  3. Wachstumsaktien und Cleantech-Unternehmen1 bleiben weiterhin bevorzugt.

Wir gehen von einer positiven Börsenentwicklung bis zum Jahresende aus

 

Auch wenn die Unsicherheit über den endgültigen Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen noch einige Tage andauern kann, gehen wir, wenn überhaupt, nur von einer temporären Belastung der Aktienmärkte aus. Unterm Strich wären ein demokratischer Präsident und ein republikanisch mitbestimmter Senat eine günstige Konstellation für Sektoren wie Technologie oder Gesundheitswesen. Darüber hinaus käme diese auch Deutschland als Exportland zugute. Wir gehen davon aus, dass keine drastischen Regulierungen bzw. Steuererhöhungen durchgesetzt werden und rechnen mit weniger Zöllen und friedlicheren Verhandlungen mit China im Falle eines demokratischen US-Präsidenten.

 

Anleger dürften noch nicht vollständig reinvestiert sein, denn vor der US-Wahl herrschte Vorsicht. Eine positive Börsenentwicklung in den traditionell guten Monaten November und Dezember ist wahrscheinlich. Eine von vielen Seiten befürchtete Baisse sehen wir nicht, allein aus dem Grund, weil die Anlagealternativen zu guten Aktien fehlen.

 

Fazit: Aktienquoten dürfen nach der Unsicherheit über den Ausgang der US-Wahlen wieder höher sein. Rückgänge sind Kaufgelegenheiten.

 

Chinas Volkswirtschaft bleibt das Zugpferd der Weltkonjunktur – asiatische bzw. chinesische Aktien sind selektiv chancenreich

 

Die Frühindikatoren in den USA und Europa erholen sich weiter und deuten inzwischen auf Expansion. Die sehr expansive monetäre Entwicklung lässt vermuten, dass die Erholung zunächst weiter andauern wird. Wir gehen von einer eher schleppenden Erholung in Europa und einer dynamischeren Belebung in den USA aus, da die Lockdowns in Europa Wachstum kosten werden.

 

Dagegen ist China als einzige Volkswirtschaft weltweit schon eindeutig wieder auf dem Wachstumspfad – dank vorbildlichem Krisenmanagement. Mit Blick auf das kommende Jahr wäre eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen USA und China hilfreich für die Aktienmärkte. Unter anderem ginge es darum, Konsens in Themen wie den Subventionen für chinesische Staatsunternehmen, dem Technologietransfer oder dem Schutz geistigen Eigentum zu finden. Aktuell ist die Bewertung, vieler asiatischer Aktien attraktiv, v.a. im Technologiesektor.

 

Fazit: Internationale Diversifikation ist wichtig. US- und auch China-Aktien sollten hoch gewichtet werden.

 

Wachstumsaktien und Cleantech-Unternehmen weiterhin bevorzugt

 

Sowohl in den USA als auch in China wird der Markt von großen Technologieunternehmen dominiert, deren Wachstumspotenzial noch nicht ausgeschöpft ist. Diese Unternehmen werden weiterhin von den Trends zur Digitalisierung und Automatisierung vieler Abläufe und vom zunehmenden Onlinekonsum profitieren. Gleichzeitig profitieren Cleantech-Unternehmen zum einen von weltweiten Anstrengungen hin zu umweltfreundlicheren Prozessen und zum anderen von Bestrebungen, den globalen Energiehunger zunehmend durch erneuerbare Energien zu stillen.

 

Growth2-Titel, also Unternehmen mit einem klaren Wachstumsprofil sind zu bevorzugen. Value3-Titel sind eine interessante Beimischung, wenn sie in Branchen operieren, die keine strukturellen Probleme haben und von einer Konjunkturbelebung profitieren.

 

Fazit: Derzeit sind Growth2-Werte zwar noch zu bevorzugen, aber Value3-Werte gehören in ein ausgewogenes Portfolio. Aktuelle Wachstums- und Technologietrends halten an.

 

1 Cleantech-Unternehmen verfolgen die Idee, durch den Einsatz neuartiger Verfahren, Produkte und Dienstleistungen die Effizienz oder Produktivität zu steigern und gleichzeitig Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

 

2 Growth-Strategie: Die Growth-Strategie (engl. Growth = Wachstum) konzentriert sich weniger auf die Analyse von Einzelunternehmen als auf die Betrachtung ganzer Branchen. Der Growth-Investor versucht, frühzeitig zukünftige Wachstumsmärkte zu erkennen und dann die Unternehmen mit der höchsten Wachstumsdynamik auszuwählen.

 

3 Value-Strategie: Hinter der Value-Strategie (engl. Value = Wert) steht die Idee, dass an der Börse Unternehmen zu finden sind, deren eigentlicher Wert gegenwärtig von Marktteilnehmern noch nicht erkannt wird (unterbewertete Unternehmen).

Florian Bohnet

Der Autor

Florian Bohnet

Herr Bohnet ist Leiter des Bereichs Research & Portfoliomanagement. Zusammen mit seinen 13 Teammitgliedern ist er für die Asset Allocation und Einzeltitelauswahl der DJE Kapital AG verantwortlich. Er treibt die Digitalisierung und Quantifizierung des DJE-Investmentprozesses voran.

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