Achtung, Hype: Fünf Dinge, die Sie über den Aktienmarkt wissen sollten

Zunehmend mehr Privatanleger haben in den ersten Monaten von 2020 den Schritt aufs Parkett der Börsen gewagt. Die Handelsaktivitäten nahmen zu, die Zahl der Depots ebenso. Die Ursache dafür ist sicherlich ein Mix aus mehreren Faktoren: Einerseits ein leichterer Zugang durch günstige Broker, aber auch ein zunehmendes Bewusstsein der Bedeutung des Kapitalmarkts für die eigene finanzielle Zukunft. Und zu guter Letzt ganz sicher auch Zeit. Denn während Corona und der damit verbundenen Einschränkungen hatten die Menschen sehr viel davon. Das bedeutet auch: Viele Menschen ohne größere Erfahrung und Fachkenntnisse haben den Weg an die Börse gefunden. Was sie unbedingt über die Aktienmärkte wissen sollten, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

1. Die Aktienmärkte sind informationsreich und transparent

Obwohl Aktien nicht ohne Risiko sind, punkten sie mit hoher Transparenz und langfristig gesehen einer geringeren Volatilität als viele andere Anlageoptionen. Verglichen mit anderen Märkten sind die Aktienmärkte stark reguliert. Unternehmen, die an der Börse gelistet sind, werden regelmäßig geprüft und müssen ihre Bilanzen offenlegen. So haben Anleger Zugang zu allen wichtigen Informationen rund um die finanzielle Entwicklung und Stabilität von Unternehmen. Außerdem sind die Preise von Aktien an sämtlichen Handelsplätzen immer öffentlich einsehbar. Das gibt Anlegern zusätzliche Transparenz.

2. Aktienkurse können fallen; hier hilft Diversifizierung

Wichtig ist: Aktienkurse können fallen und steigen. Deshalb diversifizieren professionelle Anleger ihre Portfolien, um für schwierige Marktphasen gewappnet zu sein. Manche Aktien, die ein Anleger kauft, gewinnen an Wert oder werfen eine gute Dividende ab, vielleicht sogar beides. Andere Aktien wiederum werden vielleicht sogar unter den Einkaufswert fallen. Und diesen auch nach Jahren nicht mehr erreichen. Das kann passieren, wenn die Profitabilität eines Unternehmens abnimmt. In manchen Fällen führt das sogar zur Insolvenz. In der Regel ist die Investition dann ganz verloren und Anleger sehen ihr Geld nie wieder. Deshalb ist die detaillierte Analyse von Unternehmensdaten so wichtig, um langfristig sinnvolle Anlageentscheidungen zu treffen. Doch die ist aufwendig. Und nicht jeder Privatanleger kann oder möchte diesen Aufwand betreiben.

3. Erträge treiben Aktienkurse

Aktien sind am Ende des Tages ein Anteil am Unternehmenswert. Daher ist die Bewertung einer Aktie maßgeblich abhängig vom Umsatz und dem erwarteten zukünftigen Umsatzwachstum. Tatsächlich ergab eine Studie der Bank of America heraus, dass langfristig rund 80 Prozent der Aktienkursentwicklung durch den Umsatz erklärt werden können. Aus diesem Grund sind die Bilanzen und historischen Wachstumszahlen für die Unternehmensbewertung so entscheidend. Aus diesem Grund ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, zum Artikel) für viele Investoren eine wichtige Bewertungsgrundlagen. Ist das KGV hoch, gilt ein Unternehmen als teuer – und vice versa. Das ist allerdings immer von weiteren Faktoren abhängig, etwa vom zukünftig erwarteten Wachstum. Auch hier gilt: Ob eine Aktie fair bewertet ist oder nicht, lässt sich nicht ohne weiteres aus einer Tabelle ablesen. Dafür braucht es fundiertes Fachwissen.

4. Konjunkturen schwanken und beeinflussen so Unternehmen

Auch ein gut diversifiziertes Portfolio kann von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung negativ beeinflusst werden. Oder durch externe Schocks, wie beispielsweise eine Pandemie, wie es dieses Jahr der Fall war. Diese „Bärenmärkte“ können längere Zeiträume anhalten. Teilweise bis zu einem Jahr und sogar darüber hinaus. In solchen Zeiträumen können Portfolios durchaus bis zu 20 Prozent an Wert einbüßen. Wenn es dazu kommt, sind vor allem Geduld und Nerven gefragt. Denn im Bärenmarkt auszusteigen ist selten eine gute Idee, stattdessen gilt es, auf die Erholung zu warten. Für professionelle Anleger sind Bärenmärkte darüber hinaus gute Kaufgelegenheiten. Denn die Aktienpreise sind niedrig und so lässt sich das ein oder andere „Schnäppchen“ machen. Anlageexperten warten nicht, bis die Konjunkturdaten wieder auf eine Erholung hinweisen. Sie nutzen die Lage der Aktienmärkte als „Wettervorhersage“. Denn die Entwicklung an den Aktienmärkten ist der Erholung der Realwirtschaft in der Regel sechs bis 12 Monate voraus.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung kann auch die marktübergreifenden Gewinne beeinflussen. Denn Rezessionen führen in der Regel zu sinkendem Absatz, was wiederum die Profitabilität von Unternehmen verringert. Oft ist Stellenabbau eine Folge, was wiederum einen negativen Einfluss auf den Absatz haben kann. Deshalb greift hier immer wieder der Staat ein, um diese Entwicklung abzuschwächen. Beispielsweise durch die Senkung der Zinsen zur Kostensenkung oder fiskalische Impulse zur Umsatzsteigerung.

5. Börsenhandel ist nicht umsonst

Heutzutage erliegen Anleger leicht dem Irrtum, dass Aktienhandel kostenlos ist. Und tatsächlich haben sich die Preise für den Aktienhandel massiv verringert, auch durch große Online Broker. Diese operieren mit niedrigen Gebühren, Flatfees und ähnlichen Modellen und erhalten so kaum noch Provision. Aber die Provision ist nicht der einzige Kostenpunkt im Aktienhandel. Jeder Käufer an der Börse würde gerne weniger bezahlen als die Verkäufer verlangen. Deswegen werden Aktien in zwei verschiedenen Preisen angegeben: Im Bid (Käufer Gebot) und im Ask (Verkäufer Angebot). Die Differenz zwischen Bid und Ask nennt sich „Spread“. Wer über eine Handelsorder eine Aktie kauft oder verkauft kreuzt in der Regel den Spread. Das heißt der Käufer bezahlt nicht den Bid Preis, sondern den Ask Preis des Verkäufers.

Für viel gehandelte, sehr liquide Aktien, liegen die Spreads in der Regel beim Bruchteil eines Prozents. Aber kleinere und seltener gehandelte Aktien haben deutlich größere Spreads aufzuweisen. Das gilt auch für ausländische Aktien oder Aktien in Fremdwährung. Und manchmal insgesamt zu wenig Aktien. Das kann dazu führen, dass Handelsorder zu einem höheren Preis vollzogen werden, um das festgelegte Gesamtvolumen zu erreichen. Der Spread kann so den Kaufpreis einer Aktie erhöhen.

Zusätzlich können weniger offensichtliche Kosten anfallen. Beispielsweise Management Fees und Ausgabenaufschläge für Fonds, Hedging Kosten beim Optionshandel oder andere.

Trading ist einfach, erfolgreiches Investieren ist schwer

An den Aktienmärkten agieren viele erfahrene und anspruchsvolle Anleger. Für den Privatanleger kann das ein Vorteil sein, denn die Preise sind so weitestgehend angemessen und die Spreadkosten niedrig. Aber auch die Profis müssen hart arbeiten und all ihr Können aufwenden, um den Markt zu schlagen. Das heißt: Privatanleger sollten ihre Erwartungshaltung anpassen. Denn Studien zeigen immer wieder, dass Privatanleger oft zu häufig handeln, zum falschen Zeitpunkt handeln oder durch andere Fehler ihre Rendite schmälern.

Denn obwohl Investieren einfach ist, ist erfolgreich Investieren schwer. Deshalb ist es unerlässlich, sich gut zu informieren, diese Informationen zu verstehen und sie auch entsprechend zu berücksichtigen. Nur so lassen sich klassische Anlegerfehler vermeiden. Eine aussichtsreiche, zeitsparende Alternative kann eine professionelle Vermögensverwaltung sein.

Sebastian Hasenack

Der Autor

Sebastian Hasenack

Herr Hasenack ist studierter Diplom-Ökonom und beschäftigt sich seit 2015 mit digitaler Geldanlage. Er ist Mitgründer der ersten digitalen Vermögensverwaltung aus Luxemburg. Als verantwortlicher Geschäftsführer konnte er B2C sowie B2B-Modelle eines FinTechs begleiten. Vor der online Variante arbeitete Herr Hasenack im Portfolio- und Fondsmanagement einer klassischen Vermögensverwaltung. Bei Solidvest ist Herr Hasenack als Leiter verantwortlich für Vertrieb und innovative Kooperationsmodelle.

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